Nicht selten wird das Bestreben, unsichtbaren Erkrankungen wie Long Covid und ME/CFS zu einem stärkeren öffentlichen Bewusstsein zu verhelfen, von Vorurteilen begleitet. Vorurteile, die uns von einer gemeinschaftlichen Bewältigung der Folgen dieser Krankheiten immer mehr entfernen. Durch mein eigenes Erleben der Erkrankung erkannte ich die Notwendigkeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Der Titel „FUCK YOU, LONG COVID!“ mag einen ähnlichen Effekt haben wie das, was Betroffene in unserer Gesellschaft aufgrund oberflächlicher Wahrnehmung jeden Tag erleben. Wegschauen, Ablehnung, Vorverurteilung. Ein Leben in Unsichtbarkeit jedoch bedingt eigene Gesetze. Es erfordert starke Signale und manchmal auch eine Spur Provokation. Damit Betroffene gesehen werden, aber auch, damit wir wieder lernen, uns mehr zu öffnen und aufeinander zuzugehen – anstatt einen flüchtigen Eindruck zur unumstösslichen Wahrheit zu erheben.
Denn egal ob bei einem Buch oder einer Erkrankung … das Wesentliche offenbart sich nicht auf den ersten Blick.